Ein Vertrag wird durch Konsens geschlossen. Konsens ist bei zwei übereinstimmenden Willenserklärungen gegeben, also immer dann, wenn Angebot und Annahme übereinstimmen.

1. Wirksames Angebot
Ein Angebot muss ernsthaft und mit Bindungswirkung abgegeben werde.
Dies ist nicht der Fall bei sog. Gefälligkeiten des täglichen Lebens (z.B. Unterstützung bei Umzug), „invitatio ad offerendum“ (Aufforderung zur Abgabe eines Angebotes) oder bei fehlender Steuerung des Willens des Anbietenden (Angebot im Vollrausch).

Das Angebot muss wirksam abgegeben worden und dem Empfänger vor Widerruf zugegangen sein.
Die Abgabe wird definiert als willentliches Entäußern in den Rechtsverkehr, so dass mit Zugang zu rechnen ist. Der Zugang wird definiert als Eintritt in den Machtbereich des Empfängers und zumutbare Möglichkeit der Kenntnisnahme.

2 . Wirksame Annahme
Auch die Annahme muss ernsthaft und mit Bindungswirkung abgegeben werden, und dem Anbietenden als Empfänger zugehen.

3. Konsens
Ein Vertrag kommt nur bei Vorliegen von Konsens zustande. Dabei wird Konsens definiert als Übereinstimmung von Angebot und Annahme entweder auf der objektiven Ebene (= Erklärungsinhalt) oder auf der subjektiven Ebene (= wirklichen Willen).
Dissens hingegen liegt vor bei fehlender Übereinstimmung von Angebot und Annahme auf subjektiver und objektiver Ebene.

RA Prof. Clemens Pustejovsky