Für Konzerteintritte müssen Veranstalter den ermäßigten Umsatzsteuersatz von sieben Prozent zahlen. Nach einer Entscheidung des Finanzgerichts Berlin können darunter auch DJ-Auftritte in Clubs fallen.

Gemäß § 12 Abs. 2 Nr. 7 lit. b UStG wird „die Eintrittsberechtigung für Theater, Konzerte und Museen, sowie die den Theatervorführungen und Konzerten vergleichbaren Darbietungen ausübender Künstler“ mit nur sieben Prozent statt 19 besteuert. Nach der Rechtsprechung fällt unter den ermäßigten Umsatzsteuersatz aber nicht das bloße Abspielen von Musik – also grundsätzlich dasjenige DJing im Clubbereich, bei dem DJs Musik auswählen und (unverändert) auflegen.

Dennoch konnte der bekannte Berliner Club Berghain vor dem Finanzgericht Berlin die ermäßigte Umsatzsteuerpflicht für seine Eintrittsgelder erstreiten: Das Finanzgericht stuft die dortigen DJ-Auftritte als Konzerte ein, weil DJs im Berghain Musik nicht nur abspielen, sondern live etwa mit Synthesizern und Filtern neue Klangfolgen und Musikstücke schaffen und auch eine Interaktion zwischen DJ und Publikum stattfindet. Dies als Konzerte bzw. vergleichbare Darbietungen einzustufen, gebietet nach Ansicht des Finanzgerichts auch der offene Kunstbegriff nach Art. 5 Abs. 3 GG (Urteil vom 6. September 2016, Az. 5 K 5089/14).

Salopp gewendet kommt es also darauf an, ob der Plattenteller übers Abspielgerät hinaus zum Instrument wird. Das kann im Einzelfall durchaus auf der Kippe liegen – ist aber für die Frage entscheidend, ob Clubs ihre Eintrittsgelder mit sieben oder 19 Prozent besteuern müssen.

via juwiss.de

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