Keine Verletzung des postmortalen Persönlichkeitsrechts des Oskar Schlemmer (Landgericht Dessau-Roßlau, 27.01.2014, Az. 4 O 792/13)

Der Enkel des Bauhauskünstlers Oskar Schlemmer (1888-1943) hatte mit seinem Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen die Stiftung Bauhaus Dessau beim Landgericht Dessau-Roßlau keinen Erfolg.

Hintergrund des Verfahrens ist die Kunstausstellung „Mensch Raum Maschine. Bühnenexperimente am Bauhaus“. Brasilianische Studenten zeigen dort ihre Adaptionen von Kostümen, die Schlemmer für das „Tradische Ballett“ entworfen hatte.

Der Enkel sah durch die studentischen Arbeiten das postmortale Persönlichkeitsrecht seines Großvaters verletzt, da die Kostüme nicht ausreichend als Kopien gekennzeichnet seien. Die Reproduktionen der insgesamt 18 Figurinen seien minderwertig und verzerrten das Werk Schlemmers geradezu karikaturenhaft.

Das Gericht folgte in seiner Entscheidung vom 27.01.2014 der Ansicht des Enkels nicht. Die Ausstellung kennzeichne in ausreichender Art und Weise, dass es sich bei den Exponaten gerade nicht um Originale, sondern um Reproduktionen der Studenten handle.

Drüber hinaus könne 70 Jahre nach dem Tod Oskar Schlemmers ein postmortales Persönlichkeitsrecht nicht mehr geltend gemacht werden, so das Gericht.

RA Prof. Clemens Pustejovsky